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Call for Papers: Jahrestagung der DGS-Sektion „Sozialpolitik“ am 11. und 12. März 2027 an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Am 11. und 12. März 2027 findet die Jahrestagung der DGS-Sektion "Sozialpolitik" zum Thema "Sicherungsversprechen im Wandel: Aktuelle verteilungspolitische Konfliktlinien im deutschen Sozialstaat" an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena statt. Hierfür können bis zum 23. Oktober 2026 noch Beiträge von Forschenden aller Qualifikations- und Karrierestufen sowie Akteuren aus der Praxis eingereicht werden.
Die gegenwärtgen sozialstaatlichen Debatten in Deutschland sind von tefgreifenden verteilungspolitschen Konflikten geprägt, die sich sowohl entlang klassischer sozioökonomischer Ungleichheiten als auch neuer gesellschaftlicher Bruchlinien enƞalten. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die aktuellen politischen Diskurse diese Verteilungskonflikte auch ihrerseits prägen, indem sie sie verschärfen bzw. vernachlässigen oder neue Konfliktkonstellationen hervorbringen. Die Tagung nimmt diese Dynamiken zum Ausgangspunkt, um einerseits die zentralen Reformprozesse im deutschen Sozialstaat – die Sicherungsversprechen – zu analysieren
und andererseits den verteilungspolitischen Konfliktlinien – den Sicherungskämpfen – nachzuspüren.
Im Rahmen der Tagung sollen folgende Fragestellungen adressiert werden:
- Wie verändern sich die normtiven Leitbilder des deutschen Sozialstaats im Spannungsfeld von Aktivierung, Absicherung und sozialer Teilhabe?
- Wie wirken sich aktuelle sozialpolitische Reformen – etwa im Bereich Grundsicherung, Rente oder Kinder- und Jugendhilfe – konkret auf unterschiedliche soziale Gruppen aus? In welche Richtung verändert sich der Sozialstaat dadurch?
- In welcher Weise verschieben sich dadurch gesellschftliche Sicherungskämpfe und Konfliktlinien, etwa entlang von Kohorte/Generation, Geschlecht, Migration oder Region?
- Welche Rolle spielen politische Diskurse, Medien und parteipolitische Narrattive bei der Politisierung sozialstaatlicher Verteilungsfragen? Inwiefern haben diskursive Setzungen und stereotypisierende Kategorien wie die der „Totalverweigerer“ oder der „Lifestyleteilzeit“ das Potential, bestehende Verteilungskonflikte z. B. zu verschärfen oder neue Konfliktlinien zu schaffen?
- Welche geschlechtsspezifischen Auswirkungen haben die aktuellen Entwicklungen und wie können intersektionale Perspektiven zu einem tieferen Verständnis beitragen?
Die Tagung versteht sich als interdisziplinäres Forum, das verschiedene sozialwissenschaftliche und sozialpolitische Perspektiven zusammenführt, um die gegenwärtigen Transformationen des deutschen Sozialstaats differenziert zu analysieren und zukunftsorientierte Perspektiven zu entwickeln.
Einreichungen von Forschenden aller Qualifikations- und Karrierestufen sowie Akteuren aus der Praxis sind willkommen. Die Übernahme von Reisekosten kann bei Bedarf geprüft werden. Wir freuen uns über aussagekräftige Abstracts im Umfang von circa 500 Wörtern bis zum 23. Oktober 2026 an: stefanie.boerner@eah-jena.de.
Den vollständigen Call for Papers finden Sie hier als pdf zum Download.


