Forschungsfeld 2: Herausforderungen der modernen Arbeitswelt

Forschungsprioritäten und -themen

Forschungsgegenstand des FF2 ist die Untersuchung der wesentlichen Zusammenhänge zwischen dem wirtschaftlichen Strukturwandel, den Veränderungen in Arbeitsmarkt und Arbeitswelt und den sich daraus ergebenden Anforderungen an die soziale Sicherung. Angestrebt wird ein Zusammenspiel aus konzeptionellen und empirischen Ansätzen entlang von zwei Forschungsprioritäten.

Forschungspriorität I: Betriebliche Veränderungsprozesse

Forschung an der Schnittstelle zwischen zentralen Treibern für einen Strukturwandel
der Arbeitswelt (wie Digitalisierung, Globalisierung, Demografie, Dekarbonisierung)
und den darauf bezogenen Reaktionen auf betrieblicher Ebene.

Thema 1: Strukturwandel und betriebliche Handlungsweisen

  • Wie reagieren Betriebe auf die Veränderungsanforderungen in der Arbeitswelt? Welche Rolle spielt hierbei der institutionelle und insbesondere sozialpolitische Kontext (Tarifverträge, sozialpolitische Instrumente, Arbeitsmarkt- und Weiterbildungspolitik)?

Thema 2: Arbeitsqualität und Arbeitsschutz

  • Welche Gestaltungsspielräume und Risiken ergeben sich für „gesundes Arbeiten“ unter dem Blickwinkel sozialpolitischer Eingriffe (insb. Arbeitsschutzregeln)?

Thema 3: (Arbeitsrechtliche) Abgrenzung von Betrieben

  • Welche Motive auf betrieblicher Ebene führen zu einer Auslagerung oder Integration von Tätigkeiten und Beschäftigungsverhältnissen? Welche Folgen ergeben sich daraus (z. B. Konkurrenzverhältnisse zwischen Kern- und Randbelegschaften)?

Forschungspriorität II: Altersübergänge und soziale Sicherung
Fragen des Strukturwandels (insb. Digitalisierung und Demografie) und zum Wandel der Erwerbsformen unter Berücksichtigung einschlägiger Institutionen sozialer Sicherung, insbesondere hinsichtlich Alter, Krankheit, Erwerbsminderung und Arbeitslosigkeit.

Thema 1: Länger arbeiten in einer sich verändernden Arbeitswelt

  • Inwiefern führt der Strukturwandel dazu, dass Chancen und Risiken für eine Erwerbstätigkeit bis zur Regelaltersgrenze verstärkt oder abgeschwächt werden?

Thema 2: Alterssicherung und Strukturwandel

  • Welche Lücken weisen bestehende Formen der Alterssicherung in Anbetracht des Strukturwandels auf? Wie kann das Alterssicherungssystem nachhaltig finanziert werden?

Thema 3: Rente im Lebensverlauf

  • Wie wird die Rentenphase sozialpolitisch und individuell gedeutet: „Ende des Arbeitsleids“ oder positive Selbstdefinition im Sinne eines „aktiven Alterns“?

Aktuelles Kernteam

Martin Buchner, Forschungsfeldkoordinator (DIFIS, Universität Duisburg-Essen)
Jenny Hahs, wissenschaftliche Mitarbeiterin (DIFIS, Universität Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Martin Brussig (Universität Duisburg-Essen)
Dr. Martin Dietz (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung)
Prof. Dr. Werner Eichhorst (IZA | Universität Bremen)
Prof. Dr. Martin Werding (Ruhr-Universität Bochum)

Aktivitäten

  • 15.03.2024: Workshop: "4-Tage-Woche - Eine Lösung für alle?" in Bremen
  • 01.02.2024: Martin Brussig und Werner Eichhorst: Herausfordernde ökonomische, ökologische und soziale Transformationen – Auswirkungen von Digitalisierung und Dekarbonisierung auf soziale Sicherungssysteme. Alterssicherung als Stabilitätsanker in Zeiten der Polykrise? Vortrag, FNA-Jahrestagung 2024, Berlin, 1. und 2. Februar 2024

FIS-Forum 2024

Das Forschungsfeld 2 richtet ein Panel auf dem diesjährigen FIS-Forum mit Social Policy Biennale unter dem Titel "Lost in Social Policy? Forschung für eine integrierte Sozialpolitik" aus, das vom 06.-08.11.2024 in Berlin stattfinden wird. Für das Panel des Forschungsfeldes sind Beiträge zu Herausforderungen und Lösungen, etwa im Kontext von Digitalisierung und Dekarbonisierung gesucht, die auf sektoraler/betrieblicher Ebene und/oder im internationalen Vergleich die Transformationsprozesse von Arbeit diskutieren. Die Panelverantwortlichen freuen sich über Ihre Einreichungen und Ihre Teilnahme, weitere Informationen zum Call for Abstracts (Einreichfrist 15.04.2024) und zur Veranstaltung finden Sie hier